Kongress GBH/FILLEA: „Verbesserung der Anti-Mafia-Protokolle“
Marco Nardini als Generalsekretär bestätigt

„Bei den öffentlichen Arbeiten müssen wir die Protokolle zur Mafiaprävention aufwerten“. Dies erklärte Marco Nardini, der auf dem Kongress in Bozen als Sekretär der Gewerkschaft der Bauarbeiter (GBH/FILLEA) bestätigt wurde.

Nardini forderte von der Präfektur eine echte Koordinierung zwischen der Bauarbeitergewerkschaft und den Kontrollorganen im Hinblick auf eine neue „Philosophie“ der aktiven Überwachung des Gebiets: „Jetzt müssen die Protokolle in die Praxis umgesetzt und zu einem alltäglichen Tätigkeitsinstrument werden“. Die Fachgewerkschaft fordert daher regelmäßigen Treffen, um in Übereinstimmung mit den nationalen Vereinbarungen mit dem Ministerium für Infrastruktur gegen die illegale Arbeitsvermittlung (caporalato) und Preisunterbietung vorzugehen.

Zu den kritischen Punkten, die der Generalsekretär in seinem Bericht anführte, gehörte auch die Anhebung der Obergrenze für die Direktvergabe ohne öffentliche Ausschreibung auf 500.000 Euro: „Es ist bekannt, dass 80% der Aufträge unter diesem Schwellenwert liegen, so dass es sich um eine falsche und gefährliche Entscheidung handelt, die in Ermangelung von Transparenz zu weniger Garantien für die Qualität der Arbeiten führen könnte“.

Für Nardini ist das erste große Problem des Vergaberechts die Liberalisierung der Vergabe an Subunternehmen: „Dies birgt die Gefahr, dass sich die Qualität der Arbeit verschlechtert, wie es im privaten Baugewerbe bei öffentlichen Ausschreibungen häufig der Fall ist“. In Bezug auf die Sicherheit und Qualität der Arbeit forderte der Generalsekretär die Einhaltung der INAIL-Richtlinien für Baustellen, die Trinkpausen und gekühlte Räumlichkeiten sowie geeignete Arbeitskleidung für die sengende Hitze vorsehen und bei extremen Wetter sogar die Inanspruchnahme der Ausgleichskasse.

Nardini erinnerte daran, dass im Bausektor neben den traditionellen Arbeitnehmern aus Osteuropa und dem Balkan und der historischen Präsenz anderer Nationen, wie z. B. der Ägypter in der Gipskartonindustrie, die Präsenz von Arbeitnehmern aus Nord- und Zentralafrika, Südamerika und Asien zugenommen hat: „Diese sind oft die Hauptopfer der illegalen Arbeitsvermittler (caporali), da sie oft ihre ersten Erfahrungen machen und wenig über ihre Rechte und den ihnen zustehenden Schutz wissen“. Insgesamt gibt es in der Provinz Bozen 1.954 Bauunternehmen und 18.019 aktive Arbeitnehmer, davon 6.921 Einwanderer (die seit September 2021 in die Bauarbeiterkasse einzahlen). Die Erhöhung der Repräsentativität bleibt auch in den kommenden Jahren das vorrangige Ziel der Fachgewerkschaft.