Digitalisierung. Ebner: „Ältere Menschen in Schwierigkeiten“

„Während die Digitalisierung für viele Bürgerinnen und Bürger ein Segen ist, stellt sie für andere eine unüberwindbare Schwierigkeit dar“, so der Generalsekretär der Rentnergewerkschaft der AGB/CGIL, Alfred Ebner.

„Ältere Menschen wenden sich ständig an unsere Büros, um Termine zu vereinbaren, INPS-Abrechnungen auszudrucken oder um zu verstehen, wie Apps auf ihren Smartphones funktionieren. Auch beim Einscannen von Dokumenten und unterschriebenen Formularen ist unsere Hilfe gefragt. Wir stehen gerne zur Verfügung, können aber aus Datenschutzgründen nicht immer eingreifen“, erklärt Gabriella Bisacco vom SPI/LGR-Sozialschalter.

Die Situation ist auch beim INCA Patronat dieselbe. Vor allem der Zugang zur Inps-Website mit dem SPID-System bereitet vielen älteren Menschen erhebliche Schwierigkeiten,. Die Sozialversicherungsanstalt schickt seit Jahren nicht mehr den Brief mit den Renteninformationen sondern stellt ihn nur noch auf ihrer eigenen Website.

Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass der Sanitätsbetrieb die Online-Verwaltung von Praktiken wie Terminvereinbarung, elektronische Gesundheitsakte, Green Pass, die Möglichkeit des Herunterladens von Analysen und der Termine ermöglicht, was für ältere Menschen wichtig ist. „Diejenigen, die keine digitalen Hilfsmittel haben oder sie zwar haben, aber nicht nutzen können, sind mittlerweile Bürger zweiter Klasse“, fährt Ebner fort und verweist auf die Tatsache, dass fast 50 Prozent der älteren Menschen nicht wissen, wie man das Internet nutzt.

„Die Digitalisierung ist eine Notwendigkeit, aber nicht jeder ist in der Lage, diese Werkzeuge zu nutzen, und man kann auch nicht jemanden dazu zwingen. Die Verwaltungen sollten zumindest ein Minimum der wichtigsten Dienste auf herkömmliche Weise aufrechterhalten oder diejenigen, die sich nicht auskennen, informieren und ihnen helfen“, so der Generalsekretär abschließend.

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