Vergabe öffentlicher Personennahverkehr: „Die Reinigungskräfte wurden vergessen“

„Eine sofortige Aufnahme von Gesprächen ist dringend notwendig“: So die Gewerkschaften Filcams, Fisascat und Uiltrasporti in Südtirol. Den Fachgewerkschaften zufolge sind die Arbeitsplätze von etwa 60 Beschäftigte der Reinigungsdienste durch den Wechsel der Dienstleister gefährdet.
Die Provinz habe nämlich vergessen, das Personal für die Reinigung und Hygiene der öffentlichen Busse in die Ausschreibung aufzunehmen.
Die Gewerkschaften weisen darauf hin, dass die zehn Lose, in die der öffentliche Verkehr in Südtirol aufgeteilt wurde, im vergangenen Herbst vergeben wurden. Die Gewerkschaften beklagen, dass die Unternehmen, die auf das Unternehmen SAD gefolgt sind, die Reinigungskräfte nicht beschäftigt haben. Deshalb fordern die Gewerkschaften nun die Anwendung und Durchsetzung der Beschäftigungsschutzklausel, die im Mobilitätsgesetz, im Vergabegesetz und im nationalen Tarifvertrag verankert ist.

Die Gewerkschaften berichten von einer unhaltbaren Situation, da die Fahrer gezwungen sind, die Reinigung und das Tanken selbst vorzunehmen.
Anlässlich der Einladung die Sozialpartner vonseiten der der territorialen Arbeitsdirektion erwarteten sich die Gewerkschaften ein verantwortungsbewusstes Verhalten vonseiten der Landesverwaltung in ihrer Rolle als Vergabeinstitution der Arbeiten. Dies war nicht der Fall, da die Landesverwaltung nicht einmal zu der Sitzung erschien.
„Es ist nicht richtig, dass die Arbeitnehmer und ihre Familien bei den Auseinandersetzungen zwischen Lobbys und Politikern den Kürzeren ziehen. Wir sprechen hier von Arbeitnehmern, die seit mehr als zwanzig Jahren einen unbefristeten Vollzeitvertrag haben. Unabhängig davon, ob es sich um ein Versehen oder eine Kostenreduzierung handelte, fordern wir, dass die Situation aufgeklärt wird. Diese Arbeitnehmer sind leider unsichtbar, aber unverzichtbar, insbesondere in einer Zeit, in der ein erheblicher Teil der Ressourcen der öffentlichen Einrichtungen in den Schutz der Bürger vor epidemiologischen Risiken investiert werden sollte“, so die Gewerkschaften in einer gemeinsamen Mitteilung.