AGB/CGIL: „Die Herausforderungen für 2021, dem Jahr des Neustarts“


Im Jahr 2020 hat der AGB/CGIL die Anstrengungen auf die Eindämmung der Covid-Krise und die Sicherung von Arbeitsplätzen konzentriert. Für 2021 fordert die Gewerkschaft angesichts der zu erwartenden Entlassungswelle Ende März eine Ausweitung des Geltungsbereichs des Territorialfonds.

BILANZ - Die Generalsekretärin des AGB/CGIL, Cristina Masera, ist der Meinung, dass Europa zur Bewältigung der Schwierigkeiten des Jahres 2020 außerordentliche Mittel für die Erholung der Wirtschaft bereitgestellt hat. Auf lokaler Ebene war vor allem der Dialog mit den Sozialpartnern wichtig, der zu gemeinsam Vereinbarungen über die Sicherheit, über den Entlassungsfonds und die territorialen Solidaritätsfonds sowie zur Bereitstellung zusätzlicher finanzieller Mittel durch die Landesregierung und zu Ad-hoc-Eingriffen bei den Mieten und der Gesundheitssicherheit geführt hat.

ZIELE - Für das Jahr 2021 wird sich der AGB/CGIL weiterhin für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Südtirol einsetzen, nicht nur in ökologischer, sondern auch in sozialer Hinsicht, mit dem Ziel, Beschäftigung und Wiedereingliederung derjenigen zu gewährleisten, die aus der Produktionswelt ausgeschieden sind. Auf nationaler Ebene wird die Herausforderung für die Gewerkschaften darin bestehen, sich auf ein neues Modell sozialer Abfederung zu einigen, das auf den Prinzipien der Universalität und Solidarität beruht und auf einfache, aber kontrollierbare Weise zugänglich ist. „Für unsere Provinz fordern wir, den Aktionsradius des territorialen Fonds im Hinblick auf eine vorhersehbare Entlassungswelle Ende März zu erweitern“, kündigt Masera an.
Für den AGB/CGIL ist es notwendig, im Rahmen des Neustarts in sichere Arbeitsverhältnisse mit angemessenen Gehältern zu investieren. Der Vorschlag der Gewerkschaft ist, das Pflegepersonal im Betrieb für Sozialdienste BSB-ASSB und das Reinigungspersonal für Institutionen und öffentlichen Diensten zu internalisieren, wobei auch ein entsprechendes sprachliches Fortbildungsangebot notwendig ist. Im Gesundheitsbereich ist ein größeres Engagement für Prävention und Gesundheitserziehung erforderlich, beginnend mit den Bezirken und Schulen. Der AGB/CGIL fordert eine rasche Wiederaufnahme der Kurse an der Claudiana für Sanitätsassistenten, unverzichtbare Fachkräfte in der Provinz Bozen, die den größten Prozentsatz an Impfgegnern in Italien aufweist. Priorität hat auch die Verbesserung des Gesundheitsaspekts von Pflegeheimen, und zwar durch eine Aufnahme dieses Aspekts in den Sozialplan.
Laut Josef Lazzari, Sekretariatsmitglied des AGB/CGIL, sind die Projekte „Next Generation Europe“ grundlegend für den Neustart. Was die Provinz Bozen betrifft, handelt es sich um 47 Projekte, die mit Investitionen von 2,4 Milliarden Euro finanziert werden. In diesem Bereich mangelt es allerdings noch an detaillierten Informationen für die Sozialpartner. Die Gewerkschaft fordert die Politiker auf, mit den Sozialpartnern nicht nur die Ziele, sondern auch die Wege zu besprechen.

MITGLIEDERWERBUNG – Der AGB/CGIL ist zufrieden, das Jahr 2020 mit 38.160 Mitgliedern abgeschlossen zu haben, also in wesentlicher Stabilität gegenüber dem Vorjahr, erklärt der Organisationssekretär Fabio Parrichini. Interessanterweise liegt der Anteil der jungen Leute unter 35 Jahren bei mehr als einem Viertel der Mitglieder. Die aktiven Mitglieder machen 65% der Mitglieder aus, wobei das Verhältnis zwischen Frauen (51%) und Männern (49%) sehr ausgewogen ist.

DIENSTLEISTUNGEN - Der Gewerkschaftssitz in Bruneck wurde in neue, größere Räumlichkeiten verlegt, in Bozen wurde der Schalter für neue Rechte eröffnet, ein Dienst für diejenigen, die in der Arbeitswelt unter Formen der Diskriminierung im Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität leiden.
Im vergangenen Jahr haben die Dienste des AGB/CGIL ihre Büros rasch an die Covid-Bestimmungen angepasst sowie das digitale Angebot erweitert und damit große Flexibilität bewiesen.
Die Anzahl der Gesuche des INCA- Patronats nehmen kontinuierlich zu: Im Jahr 2020 waren es insgesamt über 52 Tausend. Insbesondere gab es mehr als 4 Tausend Gesuche für Covid-19-Leistungen, 778 Gesuche um Elternurlaub für Covid-19 und mehr als 11 Tausend Gesuche für die NASPI-Arbeitslosenleistungen.
Der Steuerdienst CAAF des AGB/CGIL schloss auch 2020 mit positiven Zahlen ab und dies trotz eines schwierigen Jahres mit Verlängerungen der Steuerfristen in letzter Minute für fast alle Dienstleistungen und der Einführung von Boni in Bezug auf die ISEE. Der Steuerdienst CAAF ist der führende Steuerdienst in Südtirol was die Anzahl der ausgearbeiteten Modelle 730, ISEE, EEVE/DURP und VSE betrifft. Die Anzahl der ausgearbeiteten Modelle 730 35.405, während 7.758 ISEE-Erklärungen ausgearbeitet wurden. Einen starken Anstieg gab es bei den von der Regierung eingeführten Boni, darunter etwa 3.000 Anträge auf Urlaubsgeld.
Im Jahr 2020 haben die Rechtschutzbüros der Gewerkschaft in ganz Südtirol mehr als 3.000 Fälle bearbeitet.
In den kommenden Monaten wird in Bozen der Sol Schalter eröffnet werden, der den Menschen in Schwierigkeiten bei der Orientierung in der Arbeitswelt zu Seite stehen wird.