Fahrradkuriere, Hilfe und Beratung in der neuen Fahrradwerkstatt

Das vom AGB/CGIL und den Freiwilligen von Spazio 77 ins Leben gerufene Projekt, bei dem eine Fahrradwerkstatt eingerichtet wurde, ist ein Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit. Die Werkstatt ist jeden Dienstag von 17.30 bis 20.30 Uhr in der Dalmatienstrasse 77 in Bozen für die Fahrradkuriere geöffnet.

Der Workshop wurde in Anwesenheit von freiwilligen Mechanikern und Vertretern des AGB/CGIL eröffnet. Das Projekt vorgestellt haben die Mechaniker, die zusammen mit den Gewerkschaftern von Anfang an auch an der Realisierung der Werkstatt beteiligt waren: Es sind dies Universitätsstudenten und Fahrradenthusiasten, die sich jede Woche abwechseln werden, um den Service zu gewährleisten. „Ziel ist die Unterstützung der Kuriere bei der Wartung ihrer Fahrräder. Unsere Absicht ist es jedoch, ihnen auch Informationen über die Sicherheit zu geben, da diese Berufsgruppe den Gefahren im Straßenverkehr besonders ausgesetzt ist, sowie eine echte Ausbildung, um bei der Wartung ihrer eigenen Fahrräder selbständig zu werden“, erklärt Luca Da Ros, Doktorand der Waldökologie, der zusammen mit dem radbegeisterten Luca Gransinig die Fahrradkuriere auf verschiedene Weise unterstützen wird.

Es ist schwierig, die Zahl der Fahrradkurier in Bozen genau zu definieren: „Die Fahrer stellen auch in Südtirol eine Berufsgruppe dar, die zunehmend gefährdet ist. Die großen multinationalen Unternehmen, die an der Lebensmittellieferung beteiligt sind, haben während des Lockdowns ihren Umsatz stark gesteigert, die Beschäftigten werden allerdings weiterhin ausgebeutet“, erklärte Cristina Masera, Generalsekretärin des AGB/CGIL

Die Generalsekretärin der Fachgewerkschaft für neue atypische Arbeitsverhältnisse NAB/NIDIL, Christine Pichler, hat ihrerseits von den problematischen Faktoren gesprochen, die diese Kategorie charakterisieren: ein prekäres Arbeitsverhältnis, da es sich fast ausschließlich um Selbstständige handelt, die in das Regime der Mehrwertsteuer eingestuft sind, und die Schwierigkeit, die mit dem Verständnis der italienischen oder deutschen Sprache zusammenhängt, da es sich um ausländische Arbeitnehmer handelt, die sich in der schwierigen Verwaltung der Arbeits- und Steuervorschriften zurechtfinden müssen.

Eine Momentaufnahme der Situation in der Hauptstadt Südtirols: Unter den Städten, die am meisten von Deliveroo Gebrauch machen, einer führenden Plattform für die Lieferung von Mahlzeiten nach Hause, die in über 250 Städten präsent ist, liegt Bozen an sechster Stelle, nach Mailand, Rom, Cagliari, Florenz und Bologna.
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Im Bild v.l.: Cristina Masera, Christine Pichler, Luca Da Ros, Luca Gransinig, Marco Vitale und Elena Fabiani.