Nein zu zusätzlichen Beschränkungen für 70-Jährige

„Wir sind mit dem Vorschlag, Menschen über 70 Jahre zu isolieren, nicht einverstanden. Es wäre eine Maßnahme, die kaum zu großen Ergebnissen führen würde". Dies geht aus einer Mitteilung des AGB/CGIL hervor, da ältere Menschen ohnehin jedes Interesse daran haben, sich selbst zu schützen, jedoch ohne diskriminierende Maßnahmen.

Wie der AGB/CGIL und dessen Rentnergewerkschaft betonen, leben auf lokaler Ebene viele ältere Menschen mit Familienmitgliedern zusammen, und die Größe der gemeinschaftlichen Wohnung reicht nicht immer für eine angemessene Abschottung aus. Nach Ansicht der Gewerkschaft haben Infektionen, die innerhalb der Familie übertragen werden, ihren Ursprung meist in den sozialen Kontakten der jüngeren Generationen. Wenn die gesamte Gesellschaft als Ganzes nicht kooperiert, würde es wenig Sinn machen, die älteren Menschen zu Hause einzusperren.

Die Gewerkschaft forderte die Politik hingegen auf, sich in erster Linie um das Infektionsrisiko in den Alters- und Pflegeheimen zu kümmern. „Der Umstand, dass es immer noch große Probleme in diesen Einrichtungen gibt, in denen Menschen mit Sicherheit nicht viel Kontakte zur Außenwelt haben, sollte Anlass sein, über die Nützlichkeit bestimmter Vorschläge nachzudenken", so die Generalsekretärin des AGB/CGIL Cristina Masera und der Generalsekretär der Rentnergewerkschaft LGR/SPI, Alfred Ebner.

„Angesichts des Ernstes der gegenwärtigen Situation, muss die Suche nach dem billigen politischen Konsens gestoppt werden. Wir brauchen ein verantwortungsbewusstes Verhalten, also die Einhaltung von Gesundheitsregeln unabhängig vom Alter und die Unterdrückung von Verhaltensweisen, die als gefährlich gelten“, schlussfolgern Masera und Ebner.