Aktives Altern: „Der Gesetzesentwurf braucht eine zusätzliche Diskussion“

„Es ist eine gute Vorlage, die die Forderungen der Sozialpartner akzeptiert hat, aber jetzt müssen wir die Diskussion weiterführen um einige kritische Aspekte zu vertiefen“: So die Rentnergewerkschaften SPI/LGR (CGIL/AGB), FNP (SGBCISL), UILP (UIL/SGK) und ASGB Rentner zusammen mit den Verbänden Anteas, Auser und Ada in Bezug auf den Gesetzentwurf des Landes zum aktiven Altern.

Die Sekretäre Gastone Boz (CGIL/AGB), Anna Rita Montemaggiore (SGBCISL), Danilo Tomasini (UIL/SGK), Stephan Vieider (ASGB Rentner), Elio Fonti (Auser), Pino Morciano (Anteas) und Mauro Fratucello (Ada) fordern eine klare Unterscheidung zwischen ehrenamtlicher Arbeit, die von älteren Menschen zugunsten der Gemeinschaft geleistet wird, und potenziell bezahlter Arbeit: „Wir müssen sorgfältig prüfen, welche Rolle die Sozialgenossenschaften laut Gesetzesentwurf spielen sollen, um Überschneidungen mit der ehrenamtlichen Arbeit zu vermeiden".

Bei Gewerkschaften und Freiwilligenverbänden sollte auch der beruflichen Ausbildung von Pflegekräften und der psychologischen Unterstützung von Familienmitgliedern, die diese Aufgabe wahrnehmen, besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, unter anderem auch durch die Einrichtung eines Registers der „Badanti“.

In dem Gesetzentwurf bleibt die Rolle der Rentnergewerkschaften, wie in der einheitlichen Note bemängelt wird, vage. Nach der Verabschiedung des Gesetzes wird es in der Tat die Umsetzungsphase mit konkreten Projekten und den damit verbundenen Ressourcen geben. „Wir fordern in dieser besonders heiklen Phase miteinbezogen zu werden, eventuell auch gemeinsam mit den Freiwilligenverbänden. Dies sind für uns zentrale Punkte, die zwischen der Politik und den Sozialpartnern zu prüfen sind.  Gegenwärtig beschränkt sich die Rolle der Gewerkschaft jedoch nur auf eine Präsenz im Komitee zur Förderung des aktiven Alterns", so die Rentnergewerkschaften.

Nach Ansicht der Gewerkschaften und Verbände braucht es nach der für Mittwoch, 5. August geplanten offizielle Präsentation des Gesetzentwurfs durch die zuständige Landesrätin Deeg, noch vor der endgültigen Verabschiedung des Gesetzes eine Verhandlungsrunde. 

„Wir betrachten diesen Gesetzentwurf grundsätzlich als positiv. So unterstützen wir beispielsweise mit Genugtuung den Vorschlag zur Einrichtung eines Seniorenanwalts. Ebenso sind wir erfreut, dass unsere Forderungen, die wir Präsident Kompatscher im Februar vorgelegt haben, in diesen Vorschlag eingeflossen sind“, heißt es abschließend in der Mitteilung.