Arbeitnehmer zahlen den höchsten Preis

„Seit Wochen bestimmt die Wirtschaftslobby , und nicht die Allgemeinheit, die Richtung bei den Coronahilfen. Es braucht aber ein gemeinsam erarbeitetes Konzept, wie Südtirol sich nach der Krise entwickeln soll, sowohl wirtschaftlich als auch sozial, ausgehandelt von den Sozialpartnern und der Politik.“ Dies erklärt der AGB/CGIL zur anhaltenden Diskussion über die Förderung der Wirtschaft.

Laut Gewerkschaft dreht sich in die aktuelle Debatte ausschließlich um die Betriebe: Für sie werden u.a. Hilfen, Steuersenkungen und Verlustbeiträge gefordert.

„Dabei vergisst man, dass die Arbeitnehmer den höchsten Preis zahlen. Sie haben immer größere Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dabei blendet man sogar aus, dass nicht alle Unternehmen in gleicher Weise gelitten haben, was zweifelsfrei auch für die Arbeitswelt zutrifft. Hilfen an Unternehmen sind sicherlich notwendig, sie sollten aber zukunftsfähig sein und auch Gegenleistungen wie den Schutz der Arbeitsplätze beinhalten, denn die nächsten Monate werden sich sicherlich negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken“, fährt der AGB/CGIL fort.

Diese Forderung sei auch durch die Tatsache gerechtfertigt, dass man wahrscheinlich auch die Steuern der Arbeitnehmer und der Rentner, die den Großteil der Einkommenssteuer berappen müssen, für diese Beihilfen heranzieht. Auch wäre laut Gewerkschaft anzudenken, ob man auch jenen helfen soll, die offene Rechnungen mit den Steuerbehörden haben.

„Schulden muss man irgendwann zurückzahlen, und die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass denn der Druck auf den Sozialstaat wächst und bereits bestehende Ungleichheiten zusätzlich verstärkt“, betont der AGB/CGIL abschließend.