AGB/CGIL zum HDS: „Flexiblere Vereinbarkeit, aber ohne Zwang“

Im Hinblick auf die Notwendigkeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern und als Antwort an den HDS, der sich von der Gewerkschaft und der Politik neue Tarifverträge erwartet, fordert der AGB/CGIL hingegen eine Aufstockung des Personals in den Kindergärten und der Schule.

Für die Gewerkschaft ist die Forderung einer Turnusverlängerung mit einfachen Vertragsänderungen, wie vom HDS gefordert, nicht möglich, es sei denn, man erhöht in den Kernzeiten die Zahl der zu betreuenden Kinder und senkt damit die Qualität der Dienstleistung. „Die Stärkung der Kinderbetreuungsdienste ist sicherlich eine Investition in die Familien, aber vor allem in die Zukunft der Kinder und Jugendlichen. Ohne eine Aufstockung des Personals ist es unmöglich, die Öffnungszeiten der Dienste zu verlängern“, so die Sekretärin Cristina Masera.

Für den AGB/CGIL wird die öffentliche Hand auch niemals in der Lage sein, alle Bedürfnisse zu befriedigen, die sich aus der von den Unternehmen gewünschten Flexibilität der Arbeitszeiten ergeben. Für Masera liegt es auch an den Unternehmen, ihren Teil dazu beizutragen, die Arbeitszeit für jene zu erleichtern, die sich um ihre Kinder kümmern müssen.

In seinem Appell stellt HDS-Präsident Philipp Moser auch die Notwendigkeit eines Hochschulabschlusses für Kindergärtnerinnen in Frage. Diese Tatsache beunruhigt die Generalsekretärin Masera, weil man gerade eine Verminderung der Qualifizierung für jene fordert, die Kinder erziehen und ausbilden sollen und dies in einer Welt, die immer mehr Qualifikationen und Kompetenzen von den Einzelnen fordert und fordern wird.

Schließlich erinnert die Gewerkschaft daran, dass alle Sozialpartner ein vom Wirtschaftsring koordiniertes Protokoll mit den beiden damals zuständigen Landesrätinnen Stocker und Deeg unterzeichnet haben: „Wir schlagen vor, dieses Dokument wiederzubeleben und eine Diskussion von 360 Grad zu beginnen, an dem die Sozialpartner und die Politik präzise Verpflichtungen zur Vereinbarkeit eingeht und diese auch umsetzt“, schließt der AGB/CGIL in einer Note.