Masera: „Wir fordern eine vorsichtige Vorgangsweise“

„Am Ende hat die lokale Politik den hämmernden Forderungen der Wirtschaftslobbies nach einer beschleunigten Wiederaufnahme der Wirtschaftstätigkeit nicht standgehalten. Wir sind nicht gegen die Rückkehr an die Arbeitsplätze, aber wir fordern die Einhaltung von Gesundheits-, Hygiene- und epidemiologischen Standards“. Dies erklärt die Generalsekretärin des AGB/CGIL, Cristina Masera.

Der AGB/CGIL interessiert sich weder für die politischen Streitereien zwischen Bozen und Rom noch für die interne Dynamik der Sammelpartei, hält es aber nicht für angemessen, dass ausschließlich die Lobbies und ihre wirtschaftlichen Interessen die Entscheidungen der Lokalpolitik beeinflussen. Neben dem übermäßigen Einfluss der Wirtschaft zeigt sich die Gewerkschaft auch über die Ausgrenzung der Meinungen vieler Experten in der aktuellen Diskussion besorgt. "Unser Interesse gilt der Gesundheit der Beschäftigten, der Kunden und der Gemeinschaft. Wir rufen zur Vorsicht und zu einer ernsthaften Risikobewertung auf, wobei auch kritische Einschätzungen von Wissenschaftlern zu berücksichtigen sind. Eine zweite, massive Welle des Coronavirus muss unbedingt vermieden werden", so Masera.
Für den AGB/CGIL bleibt zu klären, inwieweit einer frühzeitigen Öffnung in einigen Bereichen wirtschaftlich rentabel ist, wenn die Nachfrage nach Dienstleistungen angesichts der strengen Vorschriften zum Gesundheitsschutz im Unternehmen vorerst noch sehr gering sein wird. „Leider erwarten wir bald eine dritte Phase des Drucks. Dann dürfte die Forderung laut werden, Fragen wie Gesundheitsvorschriften, Bürokratie und mögliche Vereinfachungen zur Sicherung der Rentabilität von Unternehmen auf lokaler Ebene zu regeln. Es wird für den AGB/CGIL in diesem Bereich aber keinen Raum für Diskussionen geben, außer für klare Ratschläge und Vorgaben von Gesundheitsexperten“, so Masera abschließend.